Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Aktuelles aus der Gesundheitspolitik

18.06.2015

Imhof: Pflegekammer als Interessenvertretung der Pflegekräfte

Die Diskussion um die richtige Form der Interessenvertretung der Pflegekräfte hat den Bayerischen Landtag erreicht.

Staatsministerin Melanie Huml hat in ihrer Regierungserklärung einen Bayerischen Landespflegering als Körperschaft des öffentlichen Rechts vorgeschlagen, der sich aus staatlichen Mitteln finanziert. In diesem können neben den Pflegekräften auch Pflegeverbände eine freiwillige Mitgliedschaft eingehen.

Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Hermann Imhof MdL hält dagegen eine echte Pflegekammer für die einzig legitimierte Interessenvertretung der Pflegekräfte.
Imhof: „ Nur wenn die Pflegekräfte in einer echten Kammer verpflichtend organisiert sind, die sie freilich dann auch selbst finanzieren müssen, kann die Pflegeprofession strukturiert an allen Prozessen im Rahmen der Gesundheitspolitik teilnehmen.“ Nur eine Pflegekammer, in der ausschließlich die einzelne Pflegekraft Mitglied ist, hat die originäre Zuständigkeit für das Berufsrecht, für die Erstellung einer eigenen Berufsordnung oder die Mitwirkung im Pflegebildungsbereich.

„Meine Aufgabe ist es, Sprachrohr der Pflegenden zu sein“, so Imhof. „Derzeit begleite ich bayernweit den Pflegetruck. Dieser ist Teil einer Pflegekampagne, die von den beiden großen Kirchen und ihren Verbänden, der Diakonie und der Caritas, initiiert ist. Dabei fordern Pflegekräfte eine selbstbestimmte Interessensvertretung für sich und weisen auf ihr klares Abstimmungsergebnis hin.“

Nach einer repräsentativen Umfrage, deren Ergebnisse im Dezember 2013 veröffentlicht wurden, hatten 50% der Befragten sich für eine echte Pflegekammer ausgesprochen.

Imhof hält es für legitim, dass die Profession Pflege die Gestaltung und Wahrnehmung ihrer Interessen eigenverantwortlich übernimmt. „Mit einer echten Pflegekammer agiert sie auf Augenhöhe mit der Ärztekammer und der Apothekerkammer und verankert damit die Pflege als die mit Abstand größte Berufsgruppe gleichberechtigt innerhalb der wesentlichen Player zur Versorgung von Kranken und Pflegebedürftigen“.