Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Aktuelles aus der Gesundheitspolitik

05.02.2015

Der Patienten- und Pflegebeauftragte Imhof fordert deutliche Korrektur der Pflege-TÜV-Benotung

Derzeit wird innerhalb der CDU und mit der SPD darüber gestritten, ob die Pflegebenotung völlig abgeschafft oder reformiert werden soll.

Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Hermann Imhof (CSU) fordert eine radikale Änderung des Benotungssystems. „Der Pflegebedürftige und seine Angehörigen müssen im Mittelpunkt stehen. Ein neues Benotungssystem muss eine echte Orientierung bieten." Er lehnt eine völlige Abschaffung, wie von Jens Spahn, dem Gesundheitspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag gefordert, ab.

„Auch in Zukunft halte ich ein Bewertungssystem für nötig, das klare Aussagen trifft und von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen leicht zu verstehen ist". Dafür seien Pflegenoten, die sich an Schulnoten orientieren, gut geeignet.

„Wie auch in der Schule, muss es aber bei den Bewertungskriterien Haupt- und Nebenfächer geben", so Imhof.

Hauptfächer und damit Kernbereiche sind seiner Meinung nach die medizinische und medikamentöse Versorgung, die Wundversorgung und die Ernährung sowie der Umgang mit Demenzkranken und Sterbenden.
„Schlechte Noten in diesen Bereichen dürfen in Zukunft nicht durch gute Noten in „Nebenfächern", wie Gestaltung des Esstisches ausgeglichen werden" fordert Imhof.

Die Pflegequalität eines Heimes ist entscheidend. Ob dazu 82 Einzelkriterien, die derzeit in das Bewertungssystem einfließen, notwendig sind, bezweifelt Imhof. Eine Beschränkung auf das Wesentliche entlastet Pflegekräfte und erhöht die Transparenz.

Zusätzlich schlägt Imhof vor, dass die Prüfberichte des MDK, die bereits veröffentlicht werden müssen, so „übersetzt" werden, dass sie für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen verständlich sind.