Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Aktuelles aus der Gesundheitspolitik

15.09.2016

Hermann Imhof MdL, Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung: Technologischer Fortschritt dient der Patientensicherheit

Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Hermann Imhof MdL, hebt die Bedeutung des technologischen Fortschritts für die Patientensicherheit hervor. Anlass ist der durch das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. und seine internationalen Partner ausgerufene 2. Internationale Tag der Patientensicherheit am 17.09.2016. Schwerpunkt ist in diesem Jahr die Medikationssicherheit.

Imhof begrüßt mit dem in diesem Jahr in Kraft getretenen e-health-Gesetz die auf Bundesebene angestoßene Entwicklung, die Vorteile elektronischer Dienste für die Patientensicherheit konsequent und dauerhaft im öffentlichen Gesundheitswesen zu etablieren.

Ab Oktober 2016 haben Patienten, die drei oder mehr Arzneimittel anwenden, einen Anspruch auf einen Medikationsplan, zunächst in Papierform und ab 2018 soll dieser elektronisch abrufbar sein. Mit dem Medikationsplan sieht der behandelnde Arzt, welche Medikamente der Patient aktuell einnimmt. „Damit können gefährliche Wechselwirkungen erkannt und vermieden werden“ stellt Imhof fest. „Dies hilft vor allem älteren und chronisch kranken Menschen“. Der Medikationsplan in der Hand ist ein erster Schritt. Insbesondere die Einführung eines elektronisch verfügbaren Medikationsplanes zeige, so Imhof, wie mit Hilfe elektronischer Dienste die Sicherheit der Arzneimitteltherapie verbessert werden könne. Doch auch darüber hinaus gibt es zahlreiche Beispiele, wie mit Hilfe elektronischer Dienste die Sicherheit für den Patienten im Umgang mit seiner Erkrankung verbessert und gleichzeitig das Leben des Patienten und seiner Angehörigen erleichtert werden kann. Beispielhaft verweist Imhof auf die telemedizinische Überwachung von Herzschwächepatienten oder den Einsatz von Smartphone-Apps für Diabetiker zur Kontrolle des Blutzuckerspiegels.

Imhof warnt aber auch davor, elektronische Dienste als „Lückenfüller“ für eine unzureichende personelle Ausstattung zu verstehen. Der Mangel an Fachkräften, sowohl Ärzten als auch Pflegepersonal, und die damit einhergehende Überlastung wirken sich nachteilig auf die Patientensicherheit aus. „Elektronische Dienste allein verbessern die Patientensicherheit nicht, sondern nur im Zusammenspiel mit einer behandelnden Person, die die elektronischen Informationen fachlich bewertet und kontrolliert. Sie können deshalb kein Vorwand dafür sein, personelle Engpässe be- oder entstehen zu lassen.“, so Imhof.