Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Aktuelles aus der Gesundheitspolitik

20.11.2014

Expertenhearing zur Tarifwende in der Altenpflege zeigt ersten Erfolg

„Ein erster Schritt zur Tarifreform in der Altenpflege wurde gemacht" freut sich Hermann Imhof. Er hatte gestern rund 30 Experten zu einer Anhörung nach Nürnberg geladen, um mit Ihnen die Möglichkeiten eines einheitlichen Tarifvertrages in der Altenpflege auszuloten.

Hermann Imhof wirbt seit seiner Berufung als Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung dafür, die ungerechten Lohn- und Tarifstrukturen in der Altenpflege zu beseitigen. Ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag für die gesamte Pflegebranche ist für ihn ein Baustein, die Qualität der Pflege zu verbessern.

„Leistungsadäquate Bezahlung der Pflegekräfte macht diesen Beruf attraktiver", davon ist Imhof überzeugt. Seiner Erfahrung nach zahlen Pflegeheime ohne Tarifbindung ihren Mitarbeitern ein deutlich geringeres Gehalt. Mit den eingesparten Personalkosten können sie auf dem freien Markt ihre Leistungen billiger anbieten. „Damit wird eine Kosten-.Abwärtsspirale" in Gang gesetzt", so Imhof, „der sich auch diejenigen Pflegeheime, die ihre Pflegekräfte anforderungsgerecht bezahlen, nicht entziehen können".

Vertreter der großen Wohlfahrtsverbände, der Berufsorganisationen, der Kassen, der Arbeitgeberverbände, der Gewerkschaften, der kommunalen Spitzenverbände und der Ausbildungsinstitutionen haben gestern in Nürnberg nach Lösungen für eine gerechte und faire Bezahlung der Pflegekräfte gesucht.

Und sie haben einen ersten Schritt gemacht: Die überwältigende Mehrheit der Teilnehmer ist sich darin einig, dass ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag für Auszubildende nötig und machbar ist. Gespräche der Tarifvertragsparteien sollen in Kürze beginnen und Ergebnisse können im Jahr 2015 erwartet werden. „Angesichts des Fachkräftemangels ist das ein wichtiges Signal an alle Menschen, die sich für diesen Beruf entscheiden wollen. Gelingt eine Regelung in diesem Bereich, bin ich zuversichtlich, dass weitere Schritte folgen können. Mein Endziel bleibt weiterhin ein Branchentarifvertrag" so Imhof.