Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Aktuelles aus der Gesundheitspolitik

03.07.2015

Imhof warnt vor zentraler Patientenberatung

Imhof sieht die bisher unabhängige und dezentrale Patientenberatung gefährdet.

Die Unabhängige Patientenberatung (UPD) berät seit 2006 kostenfrei, zunächst im Rahmen eines Modellprojekts, seit 2011 in der Regelversorgung, Patienten zu gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen. Sie wird von den drei gemeinnützigen Organisationen Sozialverband VdK Deutschland, dem Bundesverband der Verbraucherzentrale und vom Verbund unabhängige Patientenberatung getragen.

Die gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsleistungen wurden vom GKV-Spitzenverband im Einvernehmen mit dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Staatssekretär Laumann, für einen Zeitraum von 7 Jahren neu ausgeschrieben. Den Auftrag soll nun ein Duisburger Unternehmen erhalten, das schon ein Gesundheitstelefon über ein Callcenter und weitere Dienstleistungen für Krankenkassen betreibt und auch für Pharmafirmen arbeitet.

Imhof: „ Patientenberatung ist in einem Gesundheitswesen, das immer komplexer wird, absolut notwendig. Gegenüber Staatssekretär Laumann habe ich wiederholt eine dezentrale, wohnortnahe Beratung von Patienten angemahnt. Das kann ein Callcenter nicht leisten.“

Derzeit betreibt die UPD in Bayern 3 Beratungsbüros in München, Landshut und Nürnberg, sowie eine Außenstelle in Rosenheim. Patienten können sich telefonisch, schriftlich oder online, aber auch persönlich an die Berater wenden. Im Jahr 2014 haben rund 10.000 Patienten von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Imhof: „ Die UPDs leisten eine qualitativ hochwertige Arbeit. Ein Beratungsgespräch ist nicht nur die einfache Weitergabe von Informationen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Patienten darunter leiden, dass weder Ärzte noch Pflegepersonal genug Zeit haben, die Komplexität der Patientengeschichte zu durchdringen. Hier setzt oftmals die Arbeit der UPD an. Patienten dürfen nicht fließbandmäßig abgefertigt werden. Jeder Mensch benötigt eine individuelle Problemlösung.“

Die Beratungsstatistiken zeigen, dass das Angebot einer persönlichen Beratung umso mehr angenommen wird, je näher der Wohnort der Petenten am Beratungsort liegt.

Imhof weiter: „Callcenter mögen kostengünstiger beraten. Aber jeder von uns hat bereits die Erfahrung gemacht, dass die Qualität der Beratung zu wünschen übrig lässt. Deshalb fordere ich weiterhin eine Beratung, die wohnortnah und persönlich erfolgt, die die örtlichen Verhältnisse einbezieht und unabhängig ist.“