Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Rente für pflegende Angehörige

Die am 1.1.2017 in Kraft tretenden Änderungen in der Pflegeversicherung bringen nicht nur Verbesserungen für Pflegebedürftige, sondern auch für die Pflegepersonen, die nicht erwerbsmäßig pflegen. Bereits jetzt werden für nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen, unter gewissen Voraussetzungen Beiträge von der Pflegeversicherung in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt. Ab 1.1.2017 ändern sich diese Voraussetzungen. Die erforderliche wöchentliche Mindestpflege von bisher 14 Stunden wird ab 1.1.2017 auf zehn Stunden abgesenkt. So bekommen mehr Pflegepersonen die Möglichkeit, durch ihre Pflegetätigkeit Rentenansprüche zu erwerben.
Ab 1.1.2017 müssen folgenden Voraussetzungen erfüllt werden, damit die Pflegeversicherung Beiträge für Pflegepersonen an die Rentenversicherung einzahlt:

  • Die Pflegeperson pflegt eine oder mehrere Pflegebedürftige mit Pflegegrad zwei bis fünf
  • Die Pflege ist nicht erwerbsmäßig
  • Die Pflege wird an mindestens zehn Stunden in der Woche ausgeübt
  • Die Pflege verteilt sich regelmäßig auf mindestens zwei Tage pro Woche
  • Die Pflege findet in der häuslichen Umgebung des/der Pflegebedürftigen statt
  • Die Pflegeperson ist regelmäßig nicht mehr als 30 Stunden pro Woche berufstätig.
  • Dabei ist es möglich, die erforderlichen zehn Stunden zu erreichen, indem die Pflegezeit für mehrere Pflegebedürftige addiert wird.

Die Höhe der Beiträge, die die Pflegekasse in die Rentenversicherung einzahlt, ist vom Pflegegrad des zu betreuenden Pflegebedürftigen und auch von der Art der Pflegeleistung abhängig. Zur Beitragsberechnung werden die monatlichen Bezugsgrößen (2.975 Euro/West/2.660 Euro/Ost) sowie der aktuelle Beitragssatz (18,7 Prozent) zugrunde gelegt. Die Pflegekasse zahlt ab 1.1.2017 monatlich die nachfolgenden Beiträge für Pflegepersonen an die Rentenversicherung:

... bei Bezug von Pflegegeld
Pflegegrad West Ost
5 556,33 497,42
4 389,43 348,19
3 239,22 213,89
2 150,21 134,30
... bei Bezug von Kombileistungen
Pflegegrad West Ost
5 472,88 422,81
4 331,01 295,96
3 203,34 181,81
2 127,68 114,16
... bei Bezug von Sachleistungen
Pflegegrad West Ost
5 389,43 348,19
4 272,60 243,74
3 167,45 149,72
2 105,15 94,01

Zusätzlich werden Pflegepersonen, die aus dem Beruf aussteigen, um sich um pflegebedürftige Angehörige zu kümmern, ab 2017 für die gesamte Dauer der Pflegetätigkeit auch in der Arbeitslosenversicherung versichert. Damit entsteht ein Anspruch auf Arbeitslosengeld und Leistungen der aktiven Arbeitsförderung, wenn nach der Pflegetätigkeit der Wiedereinstieg in den Beruf nicht nahtlos gelingt.